24h LE MANS: ZWISCHENSTAND NACH SECHS STUNDEN

TOYOTA GAZOO Racing führte bei der 86. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans nach den ersten sechs Rennstunden den zweiten Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) mit einer Doppelführung an.

Der TS050 HYBRID mit der Startnummer acht, gefahren von Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso, führte nach der Vierteldistanz mit knappem Vorsprung auf das Schwesterauto mit der Nummer sieben, gefahren von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López, nach 94 gefahrenen Runden.

Sébastien war aus der Pole Position gestartet und verteidigte seine Position in die erste Kurve hinein, trotz einer Berührung durch den Rebellion #1. Letztlich war es Mike in der #7, der die erste Runde an der Spitze komplettierte und bis zu einem weiteren Führungswechsel vier Umläufe später in Front absolvierte.

Einsetzender Nieselregen in manchen Bereichen der Rennstrecke in der ersten Rennstunde hatte wenig Einfluß auf den Rennverlauf, doch an Sébastien’s #8 wurde bei dessen zweitem Stopp vorsichtshalber die Heckpartie ausgetauscht, im wesentlichen um einem eventuellen Folgeschaden der Startkollision vorzubeugen.

Für beide Fahrer war ein Vierfachstint auf einem Satz Reifen vorgesehen, bei den jeweiligen Stopps dazwischen wurde lediglich nachgetankt. Unglücklicherweise erfolgte Sébastiens’s geplanter dritter Stopp gerade dann, als wegen Unfällen “slow zones” ausgerufen wurden. Das spielte der #7 in die Hände, die zwei Runden später stoppte und folglich die Führung behielt.

Gegen 21.30 Uhr und nach 41 gefahrenen Runden übernahm Fernando die #8 von Sébastien auf Platz zwei liegend und bekam für seine ersten Rennrunden in Le Mans einen Satz frischer Slicks montiert. José übernahm die #7 von Mike zwei Runden später und behielt zunächst die Führung.

Für seinem ersten Stopp erbat sich Fernando einen Wechsel der Heckpartie, um damit die aerodynamische Balance zu neutralisieren, und übernahm in der Folge durch ein Überholmanöver in der 56. Runde die Führung von José. Der mußte in der 58. Runde zum Wechsel eines defekten Hinterreifens links einen ungeplanten Boxenstopp einlegen, was ihn 47 Sekunden kostete. Zwei Runden darauf wurde wegen des Unfalls eines LMP2-Rennwagens erstmals eine Safety Car-Phase ausgerufen.

Eine weitere Safety Car-Phase folgte nach einem schweren Unfall des ByKolles-LMP1. Beide TS050 HYBRID steuerten die Boxen an, José für seinen geplanten Tankstopp und Fernando – ungeplant – zum Wechsel eines defekten Hinterreifens rechts. Mit mittlerweile einer Runde Vorsprung auf die Drittplatzierten hielt die #7 um rund eine Sekunde die Führung vor der #8 inne, als das Rennen in der 75. Runde wieder freigegeben wurde.

Einen Umlauf später überholte Fernando erneut José und übergab die #8 am Ende der 81. Runde an Kazuki. Der griff mit frischen Reifen und einem knappen Vorsprung auf José, der einen fünften Stint anhängte, in Führung liegend erstmals ins Geschehen ein. Nach sechs Stunden Renndauer führte die #8 mit 12,587 Sekunden Vorsprung auf die #7, das SMP-Auto #17 rangierte mit einer Runde Rückstand auf Platz drei.

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Mein Stint war OK. Zu Beginn, mit dem Nieselregen, fuhr ich auf Nummer sicher und als das überstanden war, versuchte ich konstante Runden zu fahren. Der Verkehr war OK, manchmal ein wenig schwierig, aber wir taten unser Bestes da gut durchzukommen. In den “slow zones” macht man manchmal Zeit gut, manchmal verliert man Zeit. Es ist ein langes Rennen und Risiken eingehen lohnt nicht.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Ich hatte einen langen Stint, ich blieb lange im Auto und das war vor allem mit den verschlissenen Reifen gegen Ende hart. Ich bin recht zufrieden, es ist immer schön hier Rennen zu fahren, andererseits auch immer wieder schwierig mit dem Überrundungsverkehr. Es gelang uns allem Ärger fernzubleiben und um den Sieg zu kämpfen. Es ist toll zu sehen, wie das ganze Team gute Arbeit leistet. Wir müssen vor allem beide Autos sicher ins Ziel bringen, auch wenn es ein knappes Rennen ist.”

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Keine Probleme während meines Stints. Ich bin recht happy mit dem Verlauf. Mike und ich waren den gesamten ersten Stint hindurch dicht beisammen, vielleicht eine Sekunde Differenz. Es ist ein langes Rennen, wir haben daher Vorsicht walten lassen und vermeideten jegliche Risiken, vor allem während der Überrundungen.”

Fernando Alonso (TS050 HYBRID #8): „Es war großartig. Wir haben ja eine Menge Trainingsrunden gefahren, aber im Rennen macht es, obwohl es ja dieselbe Rennstrecke und dasselbe Auto ist, eben doch mehr Spaß. Soweit ein guter Einstieg für uns und wir führen mit einem guten Vorsprung. Ich hoffe wir können diese Doppelführung für Toyota verteidigen und den Vorsprung weiter ausbauen. Wir wissen ja, dass es ein langes Rennen ist. Eine Kurve oder eine Runde spielte da keine Rolle, das Auto bis zur Zielflagge zu bringen, das ist hier das wichtigste.”

Stand 24 Stunden von Le Mans nach sechs Stunden:

1. #8
 TOYOTA GAZOO Racing 94 Runden
2. #7
 TOYOTA GAZOO Racing +12,587 Sekunden
3. #17  SMP (Sarrazin/Orudzhev/Isaakyan) +1 Runde
4. #3  Rebellion (Beche/Laurent/Menezes) +2 Runden
5. #1  Rebellion (Jani/Lotterer/Senna) +3 Runden
6. #26  G-Drive (Rusinov/Pizzitola/Vergne) +4 Runden