Was die Fahrer sagen: Mein Le Mans-Debüt

Le Mans TestIn unserer kleinen Serie, bei der wir den Fans einen Blick hinter die Kulissen von Le Mans ermöglichen, geht es heute um „das erste Mal“.

Alex: Das ist schon lange her, denn ich fuhr hier erstmals 1996, als ich noch ein junger Kerl war. Es war nicht so extrem, denn die Autos waren gegenüber der Gruppe C-Zeit technisch eingebremst worden. Nach meiner Formel 1-Zeit kehrte ich nach Le Mans zurück und staunte nicht schlecht über den hohen Abtrieb, den wir durch die Porsche-Kurven hatten. Das war schnell, richtig schnell. Es wurde einem schnell klar, dass diese Autos für diese Strecke ausgelegt waren. Das ist echt cool – und hält dich in der Nacht wach.

Stéphane: Mein erstes Mal ist mir ganz besonders in Erinnerung. Es war mit einem LMP1 von ORECA; denn Hugues de Chaunac gab mir eine Chance, als ich 2002 TOYOTA F1-Testfahrer wurde. Das war echt cool, denn mit 300 Km/h über eine normale Landstraße zu brettern, war ein unglaubliches Erlebnis. Du fährst da das erste Mal und siehst all diese üblichen Straßenmarkierung, das was irgendwie unwirklich! Ich bin Franzose, als einheimischer Rennfahrer bin ich sehr glücklich, dieses Rennen bestreiten zu können.

Kazuki: Das war damals schon sehr aufregend, obwohl ich zuvor im Simulator trainiert hatte. Hier dann einzutreffen und in der Wirklichkeit hier zu fahren, das war ein ganz besonderer Moment. Ich musste mit Respekt an diese Aufgabe herangehen, insbesondere weil man nur wenig Zeit auf der Strecke zur Verfügung hat und jede Runde kostbar ist. Auch im Rennen darf man sich keinerlei Fehler leisten, darf keine Zeit vergeuden. Das bedeutet zwar Druck für die Fahrer, ist aber für uns normal.

Anthony: Ich machte hier 2003 meine ersten Erfahrungen. Naja, an die allererste Runde kann ich mich jetzt nicht mehr erinnern, aber als unerfahrener Fahrer hier um die Strecke zu fahren, dieses Gefühl ist mir sehr wohl in Erinnerung. Man sucht Anfangs nach der Ideallinie und manche Streckenabschnitte waren recht schwer zu erlernen. Aber ich war nicht angespannt, wahrscheinlich war ich zu jung, um mir Sorgen zu machen. Ich hatte ja vorher keine Ahnung, worauf ich mich einlasse, ich war ja noch ganz auf die Formel 1 fixiert und ich glaube, ich habe erst während dem Rennen kapiert, wie hart das ist. Ich würde allerdings behaupten, gerade diese Unschuld, von der Härte dieses Rennen nichts zu wissen, mag sogar der beste Ansatz sein, um hier anzutreten. Ich war halt, im Gegensatz zu heute, ein ganz junger Kerl.

Nicolas: Als ich hier das erste Mal fuhr, war ich vor allem gestresst und empfand es folglich nicht als Vergnügen. Es war 2007 in einem GT-Fahrzeug. Ich musste auf so vieles achten, dass das Ganze wahrlich kein Vergnügen war. Doch Stunde um Stunde wuchs meine Zutrauen und ich lernte dann doch noch einiges dazu.

Sébastien: Es ist gar nicht so lange her, dass ich die Strecke von Le Mans kennenlernte, nämlich 2012. Ich war von der schieren Länge dieser Strecke beeindruckt, und davon, dass man auf einer normalen Landstraße mit Leitplanken daherfährt. Das war schon ein bißchen wild, so gar nicht aufgeräumt, wie die meisten Formel 1-Rennstrecken. Ich brauchte eine Weile, mich daran zu gewöhnen, aber es war großartig.