Was die Fahrer sagen: Die Vorbereitung

World Endurance Championship

Um unseren Fans einmal einen Einblick darin zu geben, wie sich Le Mans aus der Sicht der Fahrer darstellt, haben wir einmal den Fahrerkader von TOYOTA Racing zu deren Erfahrungen mit dem Circuit de la Sarthe befragt. Wir beginnen mit dem Aufwand, der als Vorbereitung auf das große Rennen betrieben wird

Alex: Das Training für die phyische Vorbereitung ist in etwas gleichbleiben übers Jahr, doch in den fünf bis sechs Monaten vor Le Mans trainiert man gezielt auf Ausdauer hin, da man dort drei bis vier Stunden am Steuer sitzt, ohne zu essen. Mein Training ist daher so ausgelegt, dass ich wenig esse, damit sich mein Körper darauf einstellt weniger Karbohydrate, dafür aber mehr Fett zu verbrennen. Wenn dein Körper kein Zucker mehr hat, dann sucht er sich Energie woanders. Natürlich will man so viel wie möglich Gewicht verlieren, muss aber aufpassen, es nicht zu übertreiben, sonst droht eine Erkältung, oder man ist im Rennen dann zu schwach. Das muss man über mehrere Monate , fast einem Jahr aufbauen. Es braucht fast so lange, wie das Team braucht, um sich vorzubereiten.

Stéphane: Im Mai merkt man dautlich, dass Le Mans vor der Tür steht. Selbst in Spa will man schon das Rennen gewinnen, denkt man unaufhörlich an Le Mans. Wir testen viel mit dem Team und das ist auch ein gutes Training für uns. Ich versuche viel zu entspannen, Stress zu vermeiden, alles Negative fernzuhalten. Ich versuche eben in der Woche vor Le Mans 100% fit zu sein. Das ist die normale Vorbereitung, wie ich sie jedes Jahr betreibe.

Kazuki: Genau genommen dienen alle Testfahrten und Rennen vor Le Mans der Vorbereitung auf Le Mans. Ich finde, dass die Winter-Testfahrten zum Grossteil die Vorbereitung auf Le Mans ausmachen, denn da fuhren wir durchaus mal 30-stündige Dauertests und das ist wohl ein Stück härter, als das Rennen selbst. Eigentlich beginnt die Vorbereitung auf die nächste Le Mans-Ausgabe schon nach der Zielflagge des jeweiligen Rennens. Es ist fast so, als arbeite man 365 Tage im Jahre auf eine einzige Sache hin.

Anthony: Aus der Sicht des Teams, ist das ein gewaltiger Aufwand. Sämtliche Testfahrten im Winter dienen in der Hauptsache der Standfestigkeit bei diesem Rennen. Die Infrastruktur, die das Team im Hinblick auf dieses eine Rennen aufbauen muss, ist enorm. Auch für die Fahrer sind die Anforderungen hoch, wir wissen, wie fokussiert wir sein müssen und wir wir uns die Distanz einzuteilen haben. Einfach nur die Veranstaltung zu überstehen, ist schon eine Herausforderung.

Nicolas: Da ist so vieles aufzubauen, Einrichtungen, Autos, Ersatzteile. Es ist ein sehr, sehr großer Aufwand. Andererseits muss man bereit sein dafür und in guter Verfassung antreten. Man muss sich mit seinen Teamkollegen und den Technikern in Einklang befinden und ein zuversichtliches Klima herstellen. Man macht in den Trainingssitz schon ein wenig Druck, man nimmt jedes kleine Detail auf, etwa wie man  seinen Schlaf- und Ernährungsrythmus einrichtet. Will man in Le Mans siegen, muss man zu 110% bereit sein.

Sébastien: Das ist das größte Event des Jahres, da kan einfach alles passieren. Auf dem gesamten Team lastet enormer Druck. Auch wenn wir auf den WM-Titel hinarbeiten, Le Mans ist die Hauptsache, auf dieses Rennen arbeiten alle mit Hochdruck hin. Es ist zwar knifflig, aber will man dieses Rennen gewinnen, muss man sich um jedes noch so kleine Detail kümmern. Der Preis ist, du hast eine Menge Druck und jede Menge Adrenalin im Umlauf, doch die Belohnung ist großartig.

Morgen werden die Fahrer einen weiteren Blick hinter die Kulissen ermöglichen.