DOPPELSIEG IN SHANGHAI FÜR TOYOTA GAZOO RACING

TOYOTA GAZOO Racing überwand die schwierigen Wetterbedingungen in China und eroberte beim Sechs-Stunden-Rennen von Shanghai, dem fünften Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2018-19, einen weiteren Doppelsieg.

Mit dem TS050 HYBRID mit der Startnummer sieben gewannen Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López nach ihrem Sieg auf dem Fuji Speedway ihr zweites Rennen in Folge und reduzierten ihren Rückstand in der Fahrer-Weltmeisterschaft auf nur noch fünf WM-Punkte.

Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso im TS050 HYBRID Nummer acht behielten auch nach ihrem zweiten Platz heute die WM-Führung, während TOYOTA GAZOO Racing mit dem vierten Doppelsieg der Saison die Tabellenführung in der Team-Wertung auf 28 WM-Zähler ausbaute.

Während TOYOTA GAZOO Racing mit einem Sieg bei der Rallye Australien den Hersteller-Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft WRC sicherstellen konnte, erschwerten wechselnde und schwierige Wetterbedingungen dem WEC-Team den angestrebten Sieg in dem wohl anspruchsvollsten Sechs-Stunden-Rennen des Jahres.

Morgendlicher Regen zwang die Rennleitung wegen der tückischen Streckenverhältnisse den Start hinter dem Safety Car durchzuführen, doch selbst das Fahren mit reduzierter Geschwindigkeit erwies sich als riskant, und ein Unfall im Hinterfeld selbst bei diesem geringen Tempo ließ der Rennleitung keine Option, als das Rennen noch vor der Freigabe des Rennbetriebs zu unterbrechen.

Die Pole-Setter im TS050 HYBRID #7 und das Schwesterauto #8 bildeten für den Neustart unverändert die erste Startreihe, und für rund 70 Minuten konnte erstmals an diesem Sonntag um Positionen gekämpft werden. Dabei kam José einmal kurz von der Ideallinie ab und Sébastien huschte vorbei in Führung – bevor das Rennen wegen sich wieder verschlechternder Wetterbedingungen abermals unterbrochen werden musste.

Kurz nach der Zwei-Stunden-Marke, denn die Dauer der Veranstaltung lief unverändert weiter, wurde das Rennen neuerlich hinter dem Safety Car gestartet. Beide TS050 HYBRID kamen in Runde 27 zu ihren jeweils ersten Tankstopps an die Boxen, wobei Kamui die #7 übernahm und Fernando hinter das Steuer der #8 kletterte. Somit fielen beide Autos vorübergehend ins Mittelfeld zurück, bis auch andere Teilnehmer ihre Boxenstopps absolvierten.

Als sich die Reihenfolge im Feld bei halber Distanz stabilisiert hatte, war Fernando bereits wieder auf Platz zwei vorgefahren, Kamui jedoch hatte in einer hektisch betriebsamen Boxengasse Zeit verloren und war zu diesem Zeitpunkt nur Vierter. Fernando kämpfte sich durch das Feld der GT-Autos, um den führenden Rebellion #1 einzuholen und schließlich an ihm vorbei in Führung zu gehen, während Kamui ähnlich spektakulär unterwegs war und schon bald den zweitplatzierten Jenson Button im SMP #11 überholte.

Die nächste Safety-Car-Phase trat mit etwas über zwei Stunden verbleibender Renndauer ein und galt der Bergung eines defekten LMP1-Fahrzeugs, das auf der Start-Ziel-Geraden ausgerollt war. In Runde 55 musste Kamui einen weiteren Tankstopp einlegen. In Anbetracht der immer wiederkehrenden Safety-Car- und Rot-Phasen konzentrierte sich das Team gleichzeitig darauf, das andere Auto so lange wie möglich an der Spitze zu halten. Doch diese eine zusätzliche Runde bis zum Tankstopp kostete die #8 durch verschiedene Faktoren mehr Zeit als erwartet. Fernando fiel dadurch kurzzeitig auf P3 zurück, knöpfte dem erneut zweitplatzierten SMP #11 jedoch bald P2 ab.

Die Streckenbedingungen verbesserten sich allmählich und die beiden TS050 HYBRID konnten ihren Vorsprung an der Spitze ausbauen. Bei den letzten Fahrerwechseln mit rund 70 Minuten verbleibender Fahrdauer übernahm Mike die #7 und Kazuki die #8, wobei der Japaner ordentlich Druck auf den führenden Teamkollegen machte und dabei die schnellste Rennrunde fuhr.

Das Wetter zeigte sich in den letzten 30 Minuten allerdings neuerlich launig und anhaltender Regen rief bald ein letztes Mal das Safety Car auf den Plan. Das Feld rollte so hinter dem Führungswagen der Zielflagge entgegen und Mike überquerte die Ziellinie mit 1,419 Sekunde Vorsprung auf das Schwesterauto.

Die WEC-Saison 2018-19 geht nun in eine lange Winterpause, bevor die „WEC Superseason“ am 15. März in Florida mit den 1.000 Meilen von Sebring ihre Fortsetzung findet, gefolgt vom Sechs-Stunden-Rennen von Spa und dem Saisonfinale, den 24 Stunden von Le Mans, im Juni.

Hisatake Murata, Team President: „Dieses Rennen war der Start in die zweite Saisonhälfte, umso mehr freue ich mich über einen weiteren Doppelsieg, besonders bei diesem Wetter. Wir haben das angestrebte Ziel erreicht, aber wir haben einige Dinge gefunden, die wir noch verbessern können, für den Fall dass wir erneut in solche Situationen kommen.
Abschließend möchte ich unseren Freunden vom TOYOTA GAZOO Racing WRT zum heutigen Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft gratulieren, das ist eine fantastische Leistung in der erst zweiten Saison nach dem Comeback.“

TS050 HYBRID #7
Rennergebnis: Sieg nach 113 Runden und vier Boxenstopps. Startplatz: Pole. Schnellste Rennrunde: 2.01,995 Minuten.

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Es war unter diesen Bedingungen kein einfaches Rennen für mich. Die Sicht war sehr schwierig, als es am Ende zu regnen begann und die Reifen kaum im optimalen Temperaturfenster zu halten waren. Ich bin wirklich glücklich mit dem Ergebnis, also herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team und danke an meine Crew und Teamkollegen für einen weiteren gut gemachten Job. Es ist großartig zu siegen und dass wir die Dynamik von Fuji mitnehmen konnten, besonders da es das letzte Rennen des Jahres ist. Jetzt werden wir uns über den Winter weiter vorbereiten, damit wir die Saison auch stark beenden können.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Das Team hat großartige Arbeit geleistet und Mike und José haben erneut gut abgeschnitten. Ich freue mich sehr, erneut gewonnen zu haben. Mein Stint war hart, weil ich hinter dem Safety Car aus der Boxengasse herauskam und dadurch mitten in einem Pulk von Fahrzeugen anderer Kategorien steckte. Und das bei starkem Regen mit sehr schlechter Sicht. Ich konzentrierte mich darauf, das Risiko zu minimieren und sauber zu überholen, mit dem Glauben, dass das Safety Car ohnehin bald wieder das Feld abfangen würde. Als es dann tatsächlich passierte und wir in Führung lagen, konzentrierte ich mich nur darauf, den Vorsprung zu halten.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Das Team hat heute unter sehr schwierigen Bedingungen einen fantastischen Job gemacht, also vielen Dank an alle. Es ist fantastisch, dass wir heute den Sieg erringen konnten. Von meiner Seite aus war es ein kurzes, aber sehr hartes Rennen. Am Start stand viel Wasser auf der Strecke und als Führender hatte ich da zwar den Vorteil eine besseren Sicht zu haben, andererseits war ich dann auch der Erste, der jedes neues Rinnsal auf der Strecke traf. Glücklicherweise hatte ich das Auto, von einem kleinen Fehler an der Haarnadel abgesehen, gut im Griff.“

TS050 HYBRID #8
Rennergebnis: P2 nach 113 Runden und vier Boxenstopps. Startplatz: P2. Schnellste Rennrunde: 2.01,381 Minuten.

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „In meinem ersten Stint waren die Bedingungen wohl am schwierigsten, aber unser Auto war auch bei diesen sehr nassen Bedingungen stark. Ich persönlich bin mit meiner Leistung zufrieden, da ich die Führung vom Schwesterauto übernehmen konnte. Ich denke, wir hatten ein sehr schnelles Auto und auch das Tempo für den Sieg, aber die Crew der #7 hatte etwas mehr Glück mit ihren Boxenstopps, also ist das Endergebnis ein wenig enttäuschend.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Es war ein schwieriges Rennen unter schwierigen Bedingungen. Wir hatten ein gutes Auto, aber wir hatten Pech mit unserem Boxenstopp während der Safety-Car-Phase. Ich denke, wir hatten zum zweiten Mal in Folge Pech im Rennen und ich hoffe, dass das Glück uns in Zukunft wieder hold sein wird. Das Jahr ist vorbei, aber in der WEC-Saison stehen noch drei Rennen an und wir werden uns bemühen, wieder auf das oberste Treppchen des Podiums zu kommen.“

Fernando Alonso (TS050 HYBRID #8): „Es war ein hartes Rennen aufgrund der Wetterbedingungen, der Wassermenge auf der Strecke und der Safety-Car-Phasen. Rennen bei nassem Wetter sind immer sehr stressig, auch in Bezug auf die Sicht. Ich denke, wir hatten ein gutes, schnelles Auto und haben unser Bestes gegeben. Wir waren heute ziemlich konkurrenzfähig und konnten um den Sieg kämpfen. Am Ende hat es nicht gereicht, aber wir werden es beim nächsten Mal gewiss erneut versuchen.“
 

Ergebnis 6 Stunden von Fuji
1. #7 TOYOTA GAZOO Racing 113 Runden
2.  #8 TOYOTA GAZOO Racing +1,419 Sekunde
3. #11 SMP (Aleshin/Petrov/Button)       +1 Runde
4. #1 Rebellion (Jani/Lotterer/Senna) +1 Runde 
5. #3 Rebellion (Beche/Laurent/Menezes) +3 Runden 
6. #10 DragonSpeed (Allen/Hanley/van der Zande)         +3 Runden