HYBRID STEHT 2014 IM MITTELPUNKT BEI TOYOTA RACING

Roll Out TestTOYOTA Racing gibt erste Details zur Teilnahme an der FIA WEC Langstrecken-Weltmeisterschaft bekannt und kündigt an, die Grenzen der Hybrid-Antriebstechnik im Motorsport neu ausloten zu wollen.

TOYOTA Racing hat zwei Autos für WM 2014 angemeldet, die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist darin natürlich inbegriffen. Die Nennungsbestätigung vom ausrichtenden Automobile Club de l’Ouest wird für den 13. Februar erwartet.

Zur dritten Saison in Folge werden Alex Wurz, Nicolas Lapierre, Kazuki Nakajima, Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Stéphane Sarrazin für TOYOTA Racing an den Start gehen. Mike Conway stösst als Test- und Ersatzfahrer heuer hinzu.

Der nun TS040 HYBRID genannte neue Prototyp wurde nach den neusten Bestimmung konzipiert, die mehr den je den Technologietransfer vom Motorsport zur Serienfertigung fördert.

Der erste öffentliche Auftritt des neuen Fahrzeugs erfolgt bei den offiziellen FIA WEC-Testfahrten, in deren Rahmen am 28. und 29. März ein erstes Aufeinandertreffen mit den Prototypen von Audi und Porsche erwartet wird.

Nachdem der TS030 HYBRID seinen Beitrag dazu geleistet hat, TOYOTA Racing als Pioniere im Bereich der Hybridantriebe im Motorsport zu etablieren, hebt der Nachfolger TS040 HYBRID die Latte diesbezüglich noch einmal ein Stück höher.

Heuer kommt nämlich eine Aisin AW Motor/Generator-Kombination an der Vorderachse zur bislang bereits verwendeten Einheit von DENSO an der Hinterachse hinzu, was beudetet, dass das TOYOTA HYBRID System – Racing nun den Antrieb über alle vier Räder ermöglicht.

Beim Bremsvorgang setzten diese Einheiten wie Generatoren die durch die Bremsen unterstützte Verzögerung in Energie um, die über einen DENSO Umwandler in die Speichereinheit von Nisshinbo einspeist wird. Beim Beschleunigen wird fließt anschließend die Energie auf dem selben Weg zurück und nun fungieren die Einheiten als elektrisch getriebene Antriebsmotoren.

Die so als Elektromotoren fungierende Einheiten liefern ihre Leistung auf alle vier Räder ab und unterstützen den V8-Verbrennungsmotor, um schnelleren Vortrieb zu erzeugen. Dieses Antriebskonzept wurde im Motorsport-Bereich der Entwicklungsabteilung von Higashifuji erdacht, wo auch sämtliche Technologien der TOYOTA-Straßenfahrzeuge ihren Ursprung haben.

Dieser Transfer von mit Motorsport-Technologie gewonnenen Erfahrungen auf die Entwicklung künftiger Straßenfahrzeuge, macht TOYOTA Racing zu einem wichtigen Bestandteil der Entwicklungsarbeit, der neue TS040 HYBRID und dessen Vorgänger sind nämlich nichts anderes als fahrende Labore für die TOYOTA-Hybrid-Technologie. TOYOTA hat seit der Vorstellung des Prius im Jahre 1997 übrigens bereits 6 Millionen Hybrid-Straßenfahrzeuge weltweit verkauft.

Das Chassis des TS040 HYBRID wurde bei der TOYOTA Motorsport GmbH (TMG) in Köln entworfen, entwickelt sowie gebaut und sogar von hier aus eingesetzt. Das neue Modell ist eine signifikante Evolution des bewährten TS030 HYBRID und weist eine stark verfeinerte Aerodynamik sowie eine leichtere Kontruktion auf.

Das neue Regelwerk, das geänderte Außenmaße vorschreibt, läßt die neue Generation von LMP1-Prototypen rund 10cm schmaler ausfallen, Rückhaltesysteme in den Radaufhängungen und eine Crashbox am Heck sorgen für erhöhte passive Sicherheit.

Bei TMG wurde viel Arbeit in Simulationen und Berechnungen investiert. Durch Anwendung von „Hardware-in-the-loop“-Technologie, um einzelne Bauteile anhand von auf den Rennstrecken gewonnem Datenmaterial auf ihre Festigkeit zu prüfen, sowie dem Einsatz von leistungsstarken Rechnern zur Vollendung des Fahrzeugdesigns, wurde der TS040 HYBRID zu einem bis ins letzte Detail ausgeklügeltes technisches Meisterwerk.

Die eingesetzten Resourcen erlauben eine weitaus effizientere Fahrzeugentwicklung als dies mit Testfahrten auf der Rennstrecke möglich gewesen wäre. Zudem werden die TMG -Ingenieure alle Aspekte der Weiterentwicklung des Chassis sowie der Konzeption des TS040 HYBRID sehr viel detaillierter verfolgen können, als dies mit traditionellen Methoden möglich wäre.

Die Entwicklung des TS040 HYBRID-Chassis wurde in Köln übrigens neben den Automobil- und Motorsport-Fremdaufträgen, die bei TMG parallel technisch betreut oder von Grund auf ausgeführt werden, vorangetreiben. Unter den Aufträgen auch Projekte für die Toyota Motor Corporation.

Auf der Rennstrecke Paul Ricard wurde in diesen Tagen (21.-23. Januar) mit Alex Wurz und Anthony Davidson am Steuer das neue Auto zu einem ersten Funktionstest ausgeführt. Weitere Testfahrten vor dem Saisonauftakt bei den 6 Stunden von Silverstone am 20. April werden zu gegebener Zeit stattfinden.

Weitere Details zum TS040 HYBRID, etwa die genauen technische Daten, werden rechtzeitig vor den offiziellen Vorsaison-Testfahrten am 28. und 29. des Monats bekannt gegeben.

Yoshiaki Kinoshita, Team President: „Wir sehen der neuen Saison mit unserem neuen Auto, dem TS040 HYBRID, mit großen Erwartungen entgegen. Die Saison 2014 wird ein wichtiges Jahr für TOYOTA Racing werden, denn in den letzten beiden Jahren haben wir viel Erfahrung sammeln können und heuer, dank der Einführung eines neuen technischen Reglements, müssen alle Teams wieder von Null Anfangen, was für mehr Chancengleichheit sorgen sollte. Das ist eine spannende Ausgangslage und wir sind entschlossen, diese Chance zu nutzen. Diese neuen Regularien beweisen, dass die FIA WEC Langstrecken-Weltmeisterschaft innerhalb des Motorsports das Testfeld für hochentwickelte Technologien für Straßenfahrzeuge darstellt, was sich mit unserer Sichtweise deckt. Wir treten an, um unsere jüngsten Entwicklungen in der Hybrid-Technologie unter den härtesten Bedingungen zu testen, die im Motorsport zu finden sind. Was wir hier tun, hat einen direkten Einfluß auf das, was künftig in unseren Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommen wird. Heuer werden wir auf Allrad-Antrieb zurückgreifen können, der von unseren bewährten Energiespeicher-Systemen angetrieben und für erheblich verbesserten  Vortrieb sorgen wird. Es wird interessant werden zu verfolgen, wie sich die unterschiedlichen Systeme untereinander bewähren werden. Ich persönlich kann es kaum erwarten.“

John Litjens, Chassis Project Leader: „Der TS040 HYBRID ist das Resultat von über einem Jahr Entwicklungsarbeit bei TMG. Wir begannen im November 2012 mit den ersten Design-Studien und haben dann unsere Arbeiten an diesem Auto nach und nach intensiviert. Nach dem Rennen in Le Mans im Vorjahr konzentrierten wir dann unsere ganze Energie auf die Entwicklung des TS040 HYBRID. Wir haben das Glück, hier bei TMG auf fortgeschrittene Kalkulations- und Simulations-Technologien zurückgreifen zu können, was es uns erlaubt ein ganzes Auto in einer virtuellen Welt zu entwickeln. Das erlaubt es einem, mehr tatsächliche Entwicklungsarbeit schon vor der Fertigung zu erledigen. Das ist vor allem von großem Vorteil, wenn man mit einer so einschneidenden Reglementsänderung konfrontiert wird, wie uns das heuer vor der Saison 2014 widerfuhr. Der TS040 HYBRID ist ein erheblicher Evolutionsschritt gegenüber dem Vorgängermodell, das ja aerodynamisch und mechanisch bereits recht effizient war. Wir stellen daher hohe Erwartungen an das neue Auto und sehen dem Saisonbeginn entgegen.“