SPA-DOPPELSIEG FÜR TOYOTA GAZOO RACING

TOYOTA GAZOO Racing beging den heutigen Auftakt zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) Saison 2018- 2019 mit einem Sieg bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps.

Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima siegten zum zweiten Mal in Folge beim Ardennen-Klassiker, wobei sie sich in diesem Jahr ihren TS050 HYBRID mit der Startnummer acht mit Fernando Alonso teilen, dessen letzter Sieg in Spa auf den Formel 3000-Meisterschaftslauf von vor 18 Jahren zurückdatiert.

Der TS050 HYBRID mit der Startnummer sieben, gefahren von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López, beendete das Rennen nach einer furiosen Aufholjagd mit nur 1,444 Sekunde Rückstand auf Platz zwei. Das Trio hatte nach einer Beanstandung im Anschluss an das gestrige Qualifying und einer daraufhin verhängten Strafe das Rennen mit einer Runde Rückstand von der Boxengasse aus aufnehmen müssen

Dies ist der 17. Sieg beim 39. WEC-Start für TOYOTA, zugleich der vierte Sieg in Folge und der insgesamt dritte in Spa. TOYOTA wird also beim nächsten WM-Lauf, den 24 Stunden von Le Mans am 16.-17. Juni, mit der Tabellenführung sowohl in der Team-, als auch in der Fahrerwertung antreten.

Das Rennen wurde unter strahlend blauem Himmel gestartet und Sébastien setzte mit der Nummer acht sofort die Pole in die Führung um, wurde zunächst von den beiden Rebellion-Autos unter Druck gesetzt und konnte dann allmählich seine Führung ausbauen. Bis die ersten Tankstopps anstanden, hatte Mike die #7 bereits auf den sechsten Rang vorgepeitscht. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sébastien bereits 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger herausgefahren – bis eine Safety-Car-Phase diesen nach etwa einer Rennstunde zunichte machte.

Während dieser 30-minütigen Gelbphase übernahm Kamui die #7 von Mike, während Fernando seine ersten Rennrunden in einem WEC-Lauf anging, nachdem er Sébastien auf der #8 abgelöst hatte. Seine erste Aufgabe nach der Freigabe des Rennens lautete prompt die Führung gegen den Rebellion #1 zu verteidigen, was er mit Bravour löste und beeindruckte mit sensationellen Manövern bei der Überrundung mehrerer GT-Fahrzeuge auf der Kemmel-Geraden.

Auch Fernando‘s Stint wurde anschliessend von einer Gelbphase gezeichnet, doch auch bei diesem Restart erwies er sich als geschickt und baute seine Führung in der Folge beachtlich aus, bevor er bei etwa halber Renndistanz an Kazuki übergab. Doch ein unerwarteter Stopp gleich im Anschluss, um die Sicherheitsgurte für Kazuki nachzustellen, kostete ebenso wertvolle Zeit wie ein – allerdings harmloser – Dreher gleich darauf in Kurve eins.

Die #7 setzte indes weiter ihre Aufholjagd fort und gewann nicht nur durch diese Zwischenfälle zunehmend an Boden, sondern war bei Rennhalbzeit bereits auf der zweiten Position unterwegs. Als beim nächsten Tankstopp José María das Auto von Kamui übernahm, betrug der Rückstand auf die #8 nur noch eine Minute.

Als die letzte Rennstunde anbrach, hatten sich die beiden TS050 HYBRID in einer Doppelführung etabliert, Fernando übernahm ein letztes Mal das Steuer der #8 mit noch immer rund einer Minute Vorsprung, während Mike in die #7 kletterte. Ein weitere Safety-Car-Phase ließ seine Führung jedoch für die letzten 50 Minuten Renndauer auf nur noch sechs Sekunden schmelzen.

Bei den jeweils finalen Tankstopps beider Autos in den letzten 25 Minuten des Rennens blieben beide Fahrer am Volant und das Team verordnete nun, dass die Positionen eingehalten werden, um nach 1.100 Kilometer Vollgashatz keine unnötigen Risikebn mehr einzugehen.

Hisatake Murata, Team President: „Ich bin mit unserer Leistung in der gesamten Woche sehr zufrieden. Ein Doppelsieg nach diesem Problem gestern ist das Ergebnis einer Teamleistung. Ich bin stolz auf sie alle und ihre gute Arbeit. Die Atmosphäre war das gesamte Wochenende über fantastisch und ich möchte den vielen Fans danken, die Spa besuchten, auch den vielen Kollegen, die von unserem Standort in Köln anreisten. Ich hoffe ihnen allen hat der Saisonauftakt gut gefallen. Es ist ein großartiges Resultat gleich zum Beginn der Saison, andererseits aber nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu unserem großen Ziel, den 24 Stunden von Le Mans. Wir haben einige Bereich eingekreist, in denen wir noch Verbesserungen vornehmen müssen, und ich bin mir sicher, unseren Kontrahenten geht es da genauso. Wir werden in den nächsten Wochen daher hart daran arbeiten, um für den spannenden Kampf in Le Mans bereit zu sein.”

TS050 HYBRID #7 (Mike Conway, Kamui Kobayashi, José María López)
Rennen: P2, 163 Runden, 8 Boxenstopps. Aus der Boxengasse gestartet. Schnellste Runde: 1.57,442 Minute

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Von der Boxengasse zu starten war etwas seltsam, aber da führte kein Weg daran vorbei. Die verschiedenen Safety-Car- und Gelbphasen waren für uns von Vorteil und halfen uns im Kampf gegen die anderen LMP1-Autos. Kamui und José leisteten heute mal wieder großartige Arbeit. Den Sieg zu verpassen ist zwar enttäuschend, aber ein Doppelsieg ist das perfekte Ergebnis für das Team.”

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Wir haben mit unserem Auto hart attackiert, um wieder in den Kampf an der Spitze eingreifen zu können. Ich denke wir sind alle drei sehr gut gefahren, um das Problem aus dem Quali zu kompensieren. Das Auto war heute schnell, was für Le Mans sicher ein gutes Zeichen ist. Ich hatte natürlich auf einen Sieg gehofft, P2 ist daher nicht das erwünschte Resultat. Doch für das Team ist es ein positiver Auftakt und wir werden nun alle hart daran arbeiten für Le Mans bereit zu sein.”

José María López (TS050 HYBRID #7): „Ich bin mit diesem Ergebnis sehr glücklich für das Team. Von so weit hinten ins Rennen gehen zu müssen war hart und eröffnete uns nicht eben die besten Chancen. Doch wir kämpften uns durch und stellten das Potenzial der #7 unter Beweis. Mir gefielen die Kämpfe heute. Endlich wieder Rennen fahren zu können, vor allem auf dieser sagenhaften Strecke, war etwas ganz besonderes.”

TS050 HYBRID #8 (Anthony Davidson, Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima)
Rennen: Sieg, 163 Runden, 9 Boxenstopps. Startplatz: Pole Position. Schnellste Runde: 1.57,805 Minute

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Wir sind alle glücklich die Saison so beginnen zu können. Für Kazuki und mich war es das erste Rennen gemeinsam mit Fernando, ein guter Start in die Saison war daher wichtig. Ich kann mich gar icht erinnern, wann wir zuletzt so viele Safety-Car-Phasen in einem 6-Stunden-Rennen hatten und wir büßten mehrere Male unseren Vorsprung ein. Doch letztlich verlief alles gut und daher danke ich dem gesamten Team für die harte Arbeit. Das war heute nur eine Vorbereitung auf Le Mans, wir behalten daher im Kopf, dass das wirklich wichtige Rennen noch bevorsteht.”

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Ich bin sehr glücklich den Saisonauftakt gewonnen zu haben. Das ist umso schöner, da mein Stint denkbar schlecht begann, da geschah so einiges und das kostete uns einiges an Zeit. Ich selbst habe mir auch einen Fehler geleistet, fand dann aber schnell wieder in den üblichen Rhythmus. Der Dreifachstint war nicht ohne, aber ich bin happy mit unserer Leistung. Es ist ein guter Anfang und wir werden hart daran arbeiten, dass es so weiter geht.”

Fernando Alonso (TS050 HYBRID #8): „Ich bin begeistert über dieses Ergebnis. Das gesamte Wochenende war in Sachen Performance beeindruckend. Es gab im Vorfeld eine Menge Vorbereitungen mit den Winter-Testfahrten und all der Arbeit im Werk, doch am Ende muss man das Ergebnis ja am Renntag einfahren. Wir haben das Rennen so gut wie möglich ausgeführt und ich bin unglaublich happy, gleich bei meinem ersten Langstreckenrennen zu siegen. Sébastien und Kazuki haben mein Leben ein wenig leichter gemacht, also auch Dank an die beiden.”

Ergebnis Sechs Stunden von Spa-Francorchamps:

1. #8 TOYOTA GAZOO Racing 163 Runden
2. #7 TOYOTA GAZOO Racing +1,444 Sekunde
3. #1 Rebellion (Jani/Lotterer/Senna) +2 Runden
4. #3 Rebellion (Beche/Laurent/Menezes) +2 Runden
5. #6 ByKolles (Webb/Kraihamer/Dillmann) +5 Runden
6. #11 SMP (Aleshin/Petrov) +5 Runden