TOYOTA GAZOO RACING BEREIT FÜR NEUE HERAUSFORDERUNG

TOYOTA GAZOO Racing wird mit der Teilnahme an der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2018-2019 und dem Einsatz einer Evolution des TS050 HYBRID-Rennwagens die Grenzbereiche der Hybrid-Elektroantriebes weiter ausloten.

Nach erfolgreichen Vorsaison-Testfahrten, darunter auch vier dreitägige Testfahrten mit insgesamt 21.000 Kilometer zurückgelegter Distanz, stellte das Team heute das Auto für die Saison 2018-19 in Paul Ricard vor, wo in den kommenden Tagen der Prolog stattfindet, also die ersten offiziellen WEC-Testfahrten der Saison.

Mit dem 2018er TS050 HYBRID nimmt das Team die Herausforderung des neuen Meisterschaftsformats mit insgesamt acht WM-Läufen an, mit der Zielsetzung endlich die Widrigkeiten der 24 Stunden von Le Mans zu überwinden und erstmals den Sieg im Langstrecken-Klassiker zu erringen.

Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López teilen sich den TS050 HYBRID mit der Startnummer 7, während sich Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima in dieser Saison im Cockpit der Startnummer 8 mit Neuzugang Fernando Alonso abwechseln werden. Anthony Davidson wird dem Team als Ersatz- und Entwicklungsfahrer erhalten bleiben.

TOYOTA GAZOO Racing mag zwar der einzige Automobilhersteller sein, der in dieser Saison in der LMP1-Wertung antritt, stellt sich mit der bewährten Hybridtechnologie aber einer neuen, einzigartigen Herausforderung: Die beiden TS050 HYBRID treten gegen LMP1-Konkurrenz an, die 69% mehr Teibstoff verbrauchen dürfen.

Das neue Reglement gesteht den privaten LMP1-Teams, die ohne Hybridtechnologie antreten, einen Energieverbrauch von 210.9 MJ je Runde in Le Mans zu. Die beiden TS050 HYBRID sind dagegen auf 124.9MJ begrenzt, wovon 8MJ auf den Hybridantrieb entfallen.

Auch die Treibstoff-Durchflußmenge wurde für den TS050 HYBRID eingeschränkt, sie wurde auf 80 Kg pro Stunde reduziert, während der Konkurrenz 110 Kg/h zugestanden wird. Zusätzlich dürfen die nicht über Hybridantriebn verfügenden LMP1-Rennwagen 45 Kg leichter antreten.

TOYOTA GAZOO Racing begrüßt die Herausforderung die erhöhte Effizienz und Leistung des hauseigenen Hybridantriebe unter solch erschwerten Bedingungen als Teil von TOYOTA‘s Vision stets weiter verbesserte Straßenfahrzeuge zu bauen, unter Beweis stellen zu können.

Ein Highlight dieser Mission ist auch der GR Super Sport Concept genannte Sportwagen, der Anfang dieses Jahres vorgestellt wurde und seither auf dem Fuji Speedway mit aus dem WEC-Einsatz abgeleiteter Technologien erste Testfahrten absolviert hat. Viele Bauteile wurden für dieses Fahrzeug direkt aus dem TS050 HYBRID übernommen, darunter auch der 1.000 PS starke Antriebsstrang und den Hauptantriebsmotor mit hocheffizienter Gemischverbrennung.

Der TS050 HYBRID hat bereits neue Performance- und Effizienz-Standards gesetzt, nachdem im Vorjahr in Le Mans die schnellste jemals dort gefahrene Rundenzeit erzielt werden konnte und dabei 35 % weniger Sprit verbraucht wurde, als beim WEC-Debüt des Teams im Jahre 2012. Die erzielten Fortschritte in der Antriebs-Technologie zu gesteigerter Performance im Rennbetrieb und zum Technologietransfer in den Serienfahrzeugbau bei.

Energierückgewinnung ist ein Schlüsselfaktor beim erzielen dieser Verbesserungen, denn die bei Bremsvorgängen von leistungsstarken Elektromotoren bzw. -Generatoren an beiden Antriebsachsen generierte elektrische Energie wird bei der Beschleunigung als wesentliche Antriebsleistung abgegeben und hilft so, nebst dem Leistungszugewinn, Treibstoff zu sparen.

Nach diesem Prinzip wurde TOYOTA Marktführer im Bereich der Hybrid-Elektro-Straßenfahrzeuge und hat bislang weltweit mehr als 11 Millionen Fahrzeuge verkauft. Innerhalb eines anhaltenden Prozesses, bei dem sowohl Menschen konstant fortgebildet und die Technologie unermüdlich weiterentwickelt wird, werden auch in dieser Saison Ingenieure aus der Kfz-Entwicklung des Higashi-Fuji Technical Centre die Abteilungen des Teams durchlaufen und so ihre Fähigkeiten erweitern.

Der 1.000 PS starke Hybrid-Elektrik-Antriebsstrang wurde auf verbesserte Zuverlässigkeit hin modifiziert, auch um den Reglementsänderungen Rechnung zu tragen. In allen anderen Bereichen ist das Fahrzeug weitestgehend jenes, das die Saison 2017 mit drei Siegen in Folge beendete.

Kleinere aber produktive Veränderung an der Aerodynamik konnten seither innerhalb der strikten Homologationsregeln erzielt werden. Das 2018er Auto verfügt zudem über eine nach hinten gerichtete Gentex-Kamera, so dass die Fahrer erstmals den nachkommenden Verkehr auf einem Bildschirm im Cockpit im Auge behalten können.

Nachdem man die vorangegangene Saison mit den schnellsten Fahrzeugen im Feld beendet hatte, ist das klar gesetzte Ziel von TOYOTA GAZOO Racing endlich die unberechenbaren Tücke der 24 Stunden von Le Mans zu überlisten und zugleich um den WEC-Titel zu kämpfen. Der Auftakt zu dieser neuen Herausforderung sind die 6 Stunden von Spa-Francorchamps in Belgien am 5. Mai und endet mit dem achten WM-Lauf dieser Super-Saison in Le Mans am 12. Juni 2019.

Histake Murata, Team President: : „Das gesamte Team hat sehr hart auf den Saisonstart hingearbeitet und ein ebenso schnelles wie zuverlässiges Auto bereitzustellen. Ich möchte allen Angehörigen der Technikzentren von GAZOO Racing in Higashi-Fuji und Köln für Ihren unermüdlichen Einsatz Dank sagen. Mein Ziel ist es selbstverständlich die oberste Stufe des Siegerpodiums in Le Mans einzunehmen und den WEC-Titel zu erringen, doch unser Projekt bringt TOYOTA mehr ein, als nur Siegertrophäen. Wir sind Teil von TOYOTA’s globalen Bemühungen immer bessere Autos herzustellen. Wir starteten das Hybrid-Rennprojekt 2006 und damals floß vieles aus der Serienfertigung darin ein. Doch wir begannen dann unsere eigene Hybrid-Elektrik-Technologie in der WEC zu entwickeln und lernten dabei eine Menge dazu. Die nächste Stufe beinhaltete dann dieses neu gewonnene Know-how und die neuentwickelten Technologien in die Serienfertigung einfließen zu lassen. Ich bin besonders stolz darauf, wie viel davon von der WEC dabei ist in TOYOTA’s künftige Straßenautos überzugehen. Am besten wird dies bei der GR Super Sports Concept-Studie deutlich. Unsere Mission ist es auf der Rennstrecke Erfolg zu haben und den Technologietransfer von der Rennstrecke zur künftigen Serienfertigung zu ermöglichen. Der Langstreckensport ist das perfekte Betätigungsfeld hierfür.“

Rob Leupen, Team Director: : „Wir freuen uns alle auf die kommende Saison, die in mehrerlei Hinsicht einzigartig sein wird. Le Mans gleich zweimal in einer einzigen Saison zu haben, ist wirklich etwas sehr Besonderes, aber auch dass wir mit Fernando in der WEC einen Beitrag dazu leisten dieser Meisterschaft nennenswert zu mehr Popularität zu verhelfen, und dass das Reglement in diesem Jahr uns vor neue Herausforderung stellt. Wir haben seit 2012 mehrfach unter Beweis gestellt, dass unsere Hybrid-Elektrik-Antriebseinheiten echte Leistungs- und Effizienzvorteile bieten, nun müssen wir aber effizienter als je zuvor sein, um unsere LMP1-Rivalen schlagen zu können. Denn die dürfen mehr Energie verbrauchen und profitieren von einer höheren Treibstoff-Durchflußmenge, sowie einem geringeren Fahrzeuggewicht. Wir wachsen jedoch an solchen Herausforderungen, denn sie treiben uns stets dazu an immer bessere Autos zu bauen. Damit wir uns richtig verstehen: Wir hassen es zu verlieren, also kann unser Ziel nicht deutlicher formuliert werden. Der Sieg in Le Mans und der WEC-Titel müssen her.“

Pascal Vasselon, Technical Director: : „Im Gegensatz zu vorangegangenen Jahren sind die Verbesserungen an unserem 2018er Auto gegenüber dem Vorjahr überschaubar, wir haben lediglich ein verbessertes Kühlsystem und eine Weiterentwicklung der 2017 homologierten Karosserie. Was die reine Leistung betrifft, so hatten wir in den letzten vier Jahren ein Auto, dass schnell genug war, um in Le Mans bei drei Gelegenheiten Siegchancen zu haben, ohne grundsätzliche Zuverlässigkeitsprobleme zu haben. Dennoch verpassten wir jedesmal den Sieg. In Le Mans kann man davon ausgehen, dass 30 bis 40% aller Umstände im Rennen außerhalb unseres Einflusses liegen. Das ist einerseits das Schöne an diesem Rennen, macht aber Le Mans gelegentlich auch zum Horror. Wir haben deshalb unsere Vorgehensweise, wie wir uns für dieses Rennen vorbereiten, ein wenig geändert und legen jetzt einen Schwerpunkt auf unkonventionelle Situationen im Rennverlauf. Wir sind stets bestrebt uns zu verbessern und in diesem Bereich gab es Verbesserungsbedarf.“

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): : „Ich gehe mit einem guten Gefühl in diese Saison. Dies wird eine Herausforderung werden, aber ich hoffe wir können eine Menge Rennen gewinnen. Ich denke wir haben das richtige Material, und dass das Team erfolgreich sein wird. Das ultimative Ziel ist selbstverständlich Le Mans zu gewinnen, doch wir wissen ja aus schmerzlichen Erfahrungen wie hart dieses Rennen ist. 24 Stunden am Stück sind besonders hart. Das Design-Team hat jeden Millimeter des Autos nachgearbeitet um sicherzustellen, dass es so leicht, schnell und zuverlässig wie möglich sein wird, und dass die Mechaniker und Ingenieure selbst auf unerwartete Ereignisse schnell reagieren können. Das Ziel momentan ist bessere Rundenzeiten zu erzielen und die Zuverlässigkeit zu verbessern. Soweit bin ich recht zuversichtlich, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7) : „An unserem Auto gab es keine großen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, wir wissen ja, wozu es fähig ist und sind daher sehr zuversichtlich, was Leistung und Zuverlässigkeit angeht. Wir haben eindeutig aus den Vorfällen gelernt und wissen daher jetzt was zu tun ist, was unserem Selbstvertrauen gut tut. Wir müssen Le Mans gewinnen und auch die Weltmeisterschaft, denn mit Toyota als einzigem Automobilhersteller am Start muss das unser Ziel sein. Aber jeden Juni treten wir immer weider auch gegen Le Mans an, sowie gegen jeden Konkurrenten an, daher stecken wir viel Arbeit in die Vorbereitung zu diesem besonderen Rennen, das wirklich seines gleichen sucht. Ich denke wir sind bereit und ich sehe dieser interessanten und hoffentlich erfolgreichen Saison entgegen.“

José María López (TS050 HYBRID #7): : „Ich fühle mich vor dieser neuen Saison großartig. Es ist auch diesmal wie ein Neustart und daher auch spannend. Wir haben neue Erwartungen und neue Ziele. Meine Ziele decken sich mit jenen des Teams. Natürlich wissen wir, dass in diesem Jahr vieles anders sein wird. Wir haben hart gearbeitet und das Hauptziel ist Le Mans, wir hoffen in diesem Jahr dort stark zu sein und es endlich zu schaffen. Le Mans ist sehr speziell. Natürlich bin ich noch relativ neu im Langstreckensport, konnte mich im Vorjahr aber schon gut eingewöhnen und Erfahrung sammeln, was großartig war. Der TS050 HYBRID ist ein unglaubliches Auto und das Team hat die letzten Monate damit verbracht das Auto, wie üblich, noch stärker zu machen.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): : „Ich fühle mich sehr gut und kann es kaum erwarten wieder Rennen zu fahren. Le Mans ist unser größtes Rennen der Saison und wir haben in so vielen Aspekten daraufhin gearbeitet, so dass wir hoffentlich auf alles mögliche vorbereitet sind. In 2013 beendete ich meinen zweiten Auftritt auf einem Podiumsplatz und ich dachte damals, dass es vielleicht nicht so schwierig sein wird zu siegen. Doch obwohl wir in den letzten paar Jahren ein konkurrenzfähiges Auto hatten, erwies es sich als sehr schwierig diesen Sieg zu erringen. Die WEC scheint in diesem Jahr eine große Herausforderung zu werden mit 10 LMP1 Rennwagen am Start. Wir wissen noch nicht, was die anderen Teams in Sachen Performance ausrichten können, konzentrieren uns daher auf uns selbst. Es gibt nur ein einziges Ziel: Den Sieg. Ich freue mich auf diese Herausforderung.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): : „Hybrid-Rennwagen zu fahren ist immer aufregend. Hybrid klingt irgendwie mild und ökonomisch, aber der Hybridantrieb des TS050 HYBRID ist begeisternd, da sehr leistungsstark. Es war schon immer ein hochgestecktes Ziel, sowohl für uns als Team, als auch für Toyota als Fahrzeughersteller. Wir wissen wir haben gute Chancen zu siegen, doch wir mussten ja schon eine Menge Dramen im Rennen durchleben. Wir müssen uns deshalb auf die Vorbereitung fokussieren, denn die Herausforderung lautet in Le Mans das Rennen zu Ende zu fahren, ohne dass technische Defekte oder menschliches Versagen zum Ausfall führen. Man geht eine enorme Herausforderung ein und bislang konnten wir nicht immer nach Wunsch bestehen.

Fernando Alonso (TS050 HYBRID #8): „Auf den besten Rennstrecken der Welt zu fahren, wie etwa Le Mans, und das mit einem der besten Teams der Welt, wie Toyota, das ist ein Privileg und für mich ein wahrgewordener Traum. Das Auto ist unglaublich, etwas sehr Spezielles. Die Technologie der LMP1-Hybridautos schien vor Jahren noch undenkbar. Dank diesem Team sollte die nötige Performance vorhanden sein, denn sie haben ja viel Erfahrung mit Le Mans und der WEC. Ich denke ich bin am rechten Ort und dem richtigen Team. Ich bin vollauf begeistert von diesem Projekt. Ich kann den Juni kaum erwarten, weiß aber auch, dass ich vor diesem großen Rennen noch an mir arbeiten und auch das Rennen in Spa angehen muss, denn ich habe Respekt vor Le Mans. Ich werde fit, gut vorbereitet und einsatzklar sein.“