TOYOTA GAZOO RACING-CREWS AUF SHANGHAI-PODIUM

TOYOTA GAZOO Racing erarbeitete sich beim 4-Stunden-Rennens von Shanghai, dem dritten Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2019-2020, redlich verdiente Podiumsplätze.

Die WM-Führerenden mussten erstmals mit dem maximalen Erfolgs-Handicap antreten, standen hierdurch vor einer großen Herausforderung durch die nicht-hybriden LMP1-Fahrzeuge, minimierten aber den zu erwartende Schmach durch eine geduldige Strategie und flotte Boxenarbeit.

Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley im TS050 HYBRID Startnummer acht übernahmen durch den zweiten Gesamtrang hinter der siegreichen Rebellion mit der Nummer eins in der Fahrer-Weltmeisterschaft mit drei Punkten Vorsprung die Tabellenführung. Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López, die mit dem Schwesterauto punktgleich in das Rennen gestartet waren, errangen im TS050 HYBRID #7 den dritten Platz und belegen nun Rang zwei in der Weltmeisterschaft.

Damit endet eine bemerkenswerte Siegesserie des TS050 HYBRID in seiner Abschiedssaison, doch TOYOTA GAZOO Racing führt die WM-Teamwertung unverändert an, jetzt mit einem 27-Punkte-Vorsprung auf Rebellion.

Beim Start hatte Kamui vom vierten Startplatz aus zügig die beiden Rebellion und kurzzeitig auch den Ginetta #5 überholt, sortierte sich letztlich mit der #7 als Dritter ein. Im Gegensatz dazu fiel Sébastien mit der #8, von Startplatz fünf gestartet, mitten in den Führungskampf der LMP2-Leader zurück. Geduldig arbeitete er sich aus dem Getümmel wieder heraus und auf Position vier vor.

Sébastien schloss in der Folge auf den drittplatzierten Kamui auf und überholte ihn in der 12. Runde. Nach 45 Minuten Renndauer absolvierten beide Autos ihren jeweils ersten Boxenstopps, jedoch lediglich um nachzutanken. Die Mechaniker fertigten die beiden TS050 HYBRID beeindruckende 10 Sekunden schneller ab, als dies bei den führenden Ginettas geschah.

Das half Sébastien am Ginetta #5 vorbei auf Platz zwei und er übernahm bald darauf sogar die Führung, da er im zweiten Stint auf dem selben Reifensatz schneller war als die Konkurrenz, und führte bis zur 40. Runde. Doch gegen den Rebellion #1 mit frischen Reifen war auch er – trotz zunächst heftiger Gegenwehr – letztlich machtlos.

Unterdessen wurde von der Rennleitung gegen den TS050 HYBRID #7 und die beiden Ginettas Durchfahrtsstrafen verhängt, da sie allesamt den Rebellion #1 beim fliegenden Start noch vor der Startlinie überholt hatten. Kamui fand sich nach ableisten seiner Strafe auf dem fünften Platz wieder.

Bei den ersten Fahrerwechseln nach etwas über 90 Minuten Renndauer, übernahm Brendon die #8 auf dem zweiten Platz liegend und rund 30 Sekunden hinter dem führenden Rebellion #1 zurück, José übernahm die #7 mit einem ähnliche Rückstand auf das Schwesterauto auf Rang drei liegend.

Nach der halben Renndistanz schienen die Positionen an der Spitze bezogen, alle hatten gleichgermaßen mit verschlissenen Reifen und starkem Überrundungsverkehr zu kämpfen. Brendon übergab in Runde 73 die zweitplatzierte #8 an Kazuki, während Mike das Steuer der drittplatzierten #7 übernahm. Beide machten weiter Druck, um gegebenenfalls von einem Malheur des Führenden profitieren zu können. Doch dieses Szenrio traf nie ein.

Der Rebellion #1 spulte seine Runden wie ein Uhrwerk an der Spitze ab und nahm die geschwenkte scharz-weiß-karierte Flagge als Sieger entgegen, 66,984 Sekunden darauf überquerte auch Kazuki die Ziellinie, während Mike weitere 70,783 Sekunden später eintraf und so das Podium komplettierte.

TOYOTA GAZOO Racing erwartet beim vierten Saisonlauf am 14. Dezember bei den 8 Stunden von Bahrain, dem einzigen WEC-Rennen im Nahen Osten, erneut um Podiumsplätze zu kämpfen.

Hisatake Murata (Teampräsident): „Es war heute ein harter und spannender Kampf unter allen LMP1-Fahrzeugen, besonders in der ersten Hälfte des Rennens. Herzlichen Glückwunsch an Rebellion zu ihrem ersten Saisonsieg, ich wünsche den Teammitgliedern für heute Abend eine schöne Siegesfeier. Wir mussten in allen Bereichen an unsere Grenzen gehen, um auf Podiumsplätze zu gelangen, und ich bin stolz auf den Kampfgeist, den das Team an den Tag legte, um reichlich WM-Punkte einzufahren. Dank einer effektiven Strategie, großartiger Boxenarbeit und der unglaublichen Effizienz des TS050 HYBRID, haben wir im Laufe des Rennens Boden gut gemacht und ein starkes Ergebnis für die WM-Tabelle erzielt. Jetzt freuen wir uns auf Bahrain im nächsten Monat, wo wir hoffen, den Fans ein weiteres spannendes Rennen zu bieten.“

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Wir haben uns so viel Mühe gegeben, doch wir haben mit der Drive-Through-Penalty leider zu viel Zeit verloren und konnten die Lücke zum Schwesterauto nicht schließen. Das war heute ein ziemlich schwieriges Rennen, wir freuen uns daher schon auf Bahrain, in der Hoffnung, dass sich die Dinge dort zum Besseren wenden werden. Alle Achtung vor Rebellion, die haben gute Arbeit geleistet und den Sieg verdient errungen.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Beide Crews auf dem Podium, an diesem Wochenende ist das ein starkes Ergebnis für das Team, ich glaube nicht, dass wir mehr hätten erwarten könnten. Gut gemacht, Rebellion, und meinen Dank an das Team, sowie an Mike und José, die stets weiter Druck gemacht haben und das Beste aus dem Auto herausgeholt haben. Ich hatte einen spannenden Start und es machte Spaß, mit den Ginettas zu kämpfen, aber wir hatten nicht das Tempo, um die Führung erfolgreich zu verteidigen. Ich nehme an, das wird beim nächste Rennen wieder anders sein.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Das war ein hartes Rennen, zumal es so schwierig war, sich durch den Verkehr zu kämpfen. Jedes Überholmanöver bedeutete in unserer Situation ein kleines Risiko. Es fühlte sich zudem so an, als hätte unser Auto im Laufe des Rennens etwas an Leistung verloren, da es sich nicht so gut fahren ließ, wie noch am Freitag. Aber wir haben unser Bestes gegeben und immerhin beide Autos auf Podiumsplätze vor gefahren, wahrscheinlich ist das sogar mehr als wir hätten erwarten dürfen, also bin ich insgesamt relativ happy.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Ich bin mit dem heutigen Rennen recht zufrieden, denn im Allgemeinen haben wir gute Arbeit geleistet. Ich glaube nicht, dass wir mehr als das hätten erreichen können. Wir haben unser Bestes gegeben und ein sauberes Rennen gefahren, meine Teamkollegen haben gute Arbeit geleistet, also bin ich zufrieden. Herzlichen Glückwunsch an Rebellion zum Sieg. Ich wünschte, wir hätten die Möglichkeit gehabt, mit ihnen zu kämpfen, aber sie machten keine Fehler und wir hatten heute nicht das nötige Tempo.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Das Auto ließ sich eigentlich schön fahren und ich genoss das Renngeschehen, aber offensichtlich konnten wir heute nicht das Tempo mitgehen, um Rebellion doch noch einzuholen. Das haben sie gut gemacht, ein verdienter Sieg. Wir taten unser Bestes und schafften es, alles aus dem Auto zu holen. Das sollte uns als Team im Hinblick auf Bahrain Zuversicht geben, denn wir werden dort hoffentlich in einer besseren Ausgangslage sein, um bei der längeren Renndistanz siegfähig zu sein.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID #8): „Wir haben unser absolutes Maximum gegeben, eine starke Teamleistung erbracht und beide Autos auf Podiumsplätzen ins Ziel gebracht. Wir hatten einige schöne Kämpfe mit unseren LMP1-Rivalen und sogar ein paar LMP2 machten uns beim überunden das Leben schwer. Rebellion war konstant schnell und sie machten keine Fehler, also haben sie verdient das Rennen gewonnen. Wir taten alles in unserer Macht, um sie unter Druck zu setzen, aber es reichte heute einfach nicht.“

Ergebnis 4 Stunden von Shanghai
1. #1 Rebellion (Senna/Menezes/Nato)     125 Runden
2. #8 TOYOTA GAZOO Racing +1.06,984 Minute         
3. #7 TOYOTA GAZOO Racing 1 Runde zurück
4. #5 Ginetta (King/Hanley/Orudzhev)    1 Runde zurück
5. #6 Ginetta (Robertson/Simpson/Smith) 2 Runden zurück
6. #38 JOTA (Gonzalez/Da Costa/Davidson) 4 Runden zurück