TOYOTA GAZOO RACING SCHNELLSTE IN LE MANS

TOYOTA GAZOO Racing belegt nach einem ereignisreichen ersten Tag auf dem Circuit de la Sarthe die vorläufige Pole-Position für die 87. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, dem Finallauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2018-19.

Kamui Kobayashi, der mit seiner Pole Position 2017 den Rekord für die absolut schnellste Runde in Le Mans hält, beendete das erste Qualifying mit dem TS050 HYBRID mit der Startnummer sieben, den er mit Mike Conway und José María López teilt, als Tagesschnellster mit einer Bestzeit von 3.17,161 Minuten, 0,472 Sekunde schneller als das schnellste Auto von SMP Racing, der Nummer 17.

Die WM-Führenden Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso belegen im TS050 HYBRID ##8 belegen vorläufigen – bei verbleibenden zwei 120-minütigen Qualifyings am Donnerstag – den vierten Platz. Die Startaufstellung wird allerdings durch die jeweilige Bestzeit aus einer der drei Quali-Sitzungen bestimmt.

Obwohl die Le-Mans-Woche offiziell am vergangenen Sonntag mit der Abnahme begann, musste das Team bis Mittwochnachmittag warten, um die ersten Runden auf dem 13,626 Kilometer langen Circuit de la Sarthe zurücklegen zu können. Das einzige freie Training der Veranstaltung dauerte vier Stunden und begann nach einem starkem Regenschauer am Nachmittag, und daher auf nasser Strecke.

Die Strecke trocknete jedoch innerhalb der ersten Stunde auf, was Ingenieuren und Fahrern half zu beurteilen, ab wann ein Wechsel von Regen- auf Hybrid-Intermediate-Reifen und dann auf Slicks angebracht ist.

Die beiden TS050 HYBRID absolvierten während des Testags am 2. Juni, als die Temperaturen viel höher waren, insgesamt 220 Runden. Daher waren die Runden auf trockener Strecke heute wertvoll, um die Feinabstimmung an die kühleren Bedingungen anzupassen. Eine Trainingsunterbrechung kostete jedoch etwa 50 Minuten potenzieller Fahrzeit, allerdings setzte zu der Zeit ein heftiger Regenschauer ein.

Trotz Wetterumschwung und Unterbrechungen konnte sich das Team mit insgesamt 95 gefahrenen Runden gut auf das Qualifying vorbereiten, wobei #7 das Tempo vorgab.

Als die Dunkelheit hereinbrach, war die Strecke bereits trocken und beide Autos rollten umgehend auf die Strecke, um eine erste fliegende Runde zu absolvieren. Kamui unterbot zu diesem Zeitpunkt bereits die Bestzeit des Vorjahres, obwohl die beiden TS050 HYBRID dieses Mal eine minimale Gewichtszunahme von 10 Kg als Teil der EoT-Angleichung als Ballast an Bord haben.

Kazuki hatte allerdings später mit frischen Reifen mit dichtem Verkehr zu kämpfen und geriet zudem in eine Gelbphase, was ihn daran hinderte eine aussagekräftige Quali-Zeit zu fahren. Der Fokus wechselte schon bald in Richtung Rennvorbereitung, Zeitenjagden traten so in den Hintergund. Sébastien konnte zwar die Bestzeit des Autos verbessern, aber für eine Position in den ersten beiden Startreihen reichte es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Als die letzten 45 Minuten des ersten Qualifying anbrachen, wurden beide TS050 HYBRID an zwei separaten Kollisionen mit anderen Fahrzeugen verwickelt. Ein LMP2-Fahrzeug rollte nach einem Dreher just dann auf die Stecke zurück, als Mike auf der Ideallinie der letzten Schikane daherkam. Die Kollision führte zu Schäden links am Vorderbau und der Aufhängung der #7 und erforderte eine 25-minütige Reparatur. Gleichzeitig geriet Sébastien in der #8 mit einem GT-Auto aneinander,was eine kleine Reparatur am Unterboden sowie ein neue Fahrzeugschnauze erforderte und einige Minuten Standzeit kostete.

Gegen Ende des Quali verbesserte Fernando die Rundenzeit des TS050 HYBRID #8 und belegte den vorläufigen vierten Platz, während der TS050 HYBRID #7 sein Setup- und Reifenprogramm abschloß.

Mike Conway (#7 TS050 HYBRID): „Schade, was den Vorfall angeht, denn die Sitzung war bis dahin wirklich gut verlaufen. Ich verlangsamte und plötzlich sah ich diese Scheinwerfer auf mich zukommen. Ich versuchte noch auszuweichen, obwohl ich das Auto erst sehr spät zu sehen bekam, leider krachte es trotzdem. Es tut mir leid für die Crew, dass sie eine Menge zusätzlicher Arbeit zu erledigen hatte, aber sie leisteten gute Arbeit, so dass das Auto am Ende der Sitzung wieder bereit stand.“

Kamui Kobayashi (#7 TS050 HYBRID): „Es war nicht die allerbeste Runde, da ich unterwegs auf ziemlich viel Verkehr stieß. Schade, dass ich keine freie Runde finden konnte, aber das Auto fährt sich gut und ich denke, die Zeit kann verbessert werden. Das Qualifying bedeutet in einem 24-Stunden-Rennen ohnehin nicht viel, also bereiten wir uns einfach so gut wie möglich auf das Rennen vor. Die Streckenbedingungen heute stimmen wahrscheinlich nicht mit dem überein, was wir im Rennen erleben werden, so dass wir noch einiges an Vorbereitungen zu erledigen haben.“

José María López (#7 TS050 HYBRID): „Es ist heute alles gut gelaufen. Ich habe es geschafft, eine gute Anzahl von Runden zu fahren und mich an den Verkehr und die Bedingungen zu gewöhnen. Es ist der erste Tag, also blieb ich entspannt und achtete nicht wirklich auf die Rundenzeiten. Ich beschränkte mich darauf, mich mit dem Auto vertraut zu machen. Der Verkehr in diesem Jahr scheint schwieriger zu sein, aber das gilt natürlich für die anderen LMP1-Fahrzeuge auch, wir müssen eben lernen damit umzugehen und Geduld zu bewahren. Es ist schließlich ein langes Rennen.“

Sébastien Buemi (#8 TS050 HYBRID): „Das war eine recht ereignisreiche Sitzung für uns. Leider konnten wir aufgrund des Verkehrs keine echte Quali-Runde fahren, aber dazu werden wir am Donnerstag noch Gelegenheit haben, wenn wir hoffentlich um einen besseren Startplatz werden kämpfen können. Das Gute daran ist, dass wir viel am Set-up gearbeitet haben. Wir haben gutes Datenmaterial sammeln können, besonders in der Nacht, und letztlich wollen wir ja ein schnelles Auto fürs Rennen haben.“

Kazuki Nakajima (#8 TS050 HYBRID): „Das freie Training wurde durch Regen beeinträchtigt, so dass das letztlich nicht sonderlich produktiv war. In der Nacht versuchte ich eine Quali-Runde mit neuen Reifen, aber ich lief ständig auf Verkehr auf. Das Qualifying ist hier wegen des Verkehrs immer eine Art Lotterie und heute hatten wir einfach kein Glück. Wir werden unser Bestes geben, um uns in den letzten beiden Sitzungen zu steigern. Aber wir haben in der Nacht verschiedene Set-ups ausprobiert und ein paar Dinge dazu gelernt, die nützlich sein werden.“

Fernando Alonso (#8 TS050 HYBRID): „Es ist heute gut gelaufen. Wir haben am Nachmittag im Training an der Abstimmung gearbeitet, aber diese Sitzung war vom Wetter gezeichnet. Dann hatten wir im Qualifying Pech mit dem Verkehr, so dass wir nicht unser wahres Potenzial ausspielen konnten. Danach konzentrierten wir uns nur noch darauf, unser Auto im Hinblick auf die zu erwartenden Rennbedingungen zu verbessern und zogen unser Programm durch. Am Donnerstag haben wir noch eine weitere Chance, das Setup zu verbessern und zu versuchen, eine bessere Rundenzeit zu erzielen.“

Resultat
freies Training
1. #7 TOYOTA GAZOO Racing
3.18,091 Minuten48 Runden
2.#11 SMP (Petrov/Aleshin/Vandoorne)
+1.840 Sekunde30 Runden
3.#3 Rebellion (Laurent/Berthon/Menezes)+1.869 Sekunde34 Runden
4.#8 TOYOTA GAZOO Racing   +2.850 Sekunden47 Runden
5.#1 Rebellion (Jani/Lotterer/Senna)    +3.166 Sekunden30 Runden
6.#17 SMP (Sarrazin/Orudzhev/Sirotkin)  +4.340 Sekunden31 Runden

Resultat
Qualifying 1
1.#8 TOYOTA GAZOO Racing 3.17,161 Minuten25 Runden
2.#17 SMP (Sarrazin/Orudzhev/Sirotkin)
+ 0,472 Sekunde23 Runden
3.#3 Rebellion (Laurent/Berthon/Menezes)     +2,442 Sekunden19 Runden
4.#8 TOYOTA GAZOO Racing +2,471 Sekunden30 Runden
5.#10 DragonSpeed (Hedman/Hanley/Van der Zande)+3,039 Sekunden9 Runden
6.#1 Rebellion (Jani/Lotterer/Senna) +3.136Sekunden27 laps