TOYOTA GAZOO RACING VOR HERAUSFORDERUNG IN CHINA

TOYOTA GAZOO Racing erlebte einen ersten Tag voller Herausforderungen im Vorfeld des Vier-Stunden-Rennens von Shanghai, dem dritten Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2019-2020.

Der TS050 HYBRID stellte 2017 die schnellste Runde auf dem Shanghai International Circuit in 1.42,526 Minute auf, fünf Sekunden schneller als die teameigene Bestzeit beim ersten Besuch in Shanghai in 2012. Und das mit 37,5% weniger Kraftstoffverbrauch. Doch der heutige Trainingstag zeigte, dass das Weltmeisterauto an diesem Wochenende eine wahrlich extreme Effizienzprüfung vor sich hat.

Das maximale Erfolgs-Handicap, das eine Reduzierung der Hybridleistung um 45%, eine Einschränkung der Kraftstoffzufuhr um 7,5% und eine Aufstockung des Mindestgewichts um 28 Kilogramm gegenüber 2018 aufweist, hat zur Folge, dass die beiden TS050 HYBRID heute rund drei Sekunden langsamer waren als ihre Bestzeiten in den Freitagstrainings des Vorjahres und mehr als fünf Sekunden über dem Rundenrekord blieben.

Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley beendeten den Tag im heute schnelleren der beiden TOYOTA, dem TS050 HYBRID mit der Startnummer acht, auf dem zweiten Platz, 0,061 Sekunde langsamer als der Ginetta Nummer sechs. Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López wurden mit der #7 letztlich Vierte.

Die beiden TOYOTA GAZOO Racing-Crews stehen nach jeweils einem Sieg aus den beiden bisherigen Saisonläufen punktgleich an der Spitze der Fahrer-Weltmeisterschaft. Das bedeutet, dass beide ein identisches Erfolgshandicap haben, was ein spannenden teaminternes Duell am Sonntag erwarten lässt, verschärft durch das zu erwartende hohe Renntempo der nicht-hybriden LMP1-Fahrzeuge.

Mit der bevorstehenden Herausforderung, die das Team an diesem Wochenende vor sich hat, waren die heutigen drei Stunden freies Training von besonderer Bedeutung, da die beiden TS050 HYBRID perfekt abgestimmt werden müssen und die maximal mögliche Performance in Bezug auf aerodynamisches und mechanisches Setup, sowie im Hinblick auf die Strategie im Hinblick auf Kraftstoffverbrauch und Energierückgewinnung- sowie abgabe herausgeholt werden muss.

Beide Fahrzeuge absolvierten einen reibungslosen Trainingstag mit insgesamt 915 Kilometern zurückgelegter Distanz, was dem Team zu reichlich Datenmaterial verhalf, die Grundlage für das Setup und der Ausarbeitung der Strategie für das Rennen am Sonntag, welches der letzten Auftritt des TS050 HYBRID in China sein wird.

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Heute haben wir hauptsächlich am Auto gearbeitet, um die Balance zu optimieren, wobei es am Nachmittag viel schwieriger zu sein schein, die Balance in einem akzeptablen Fenster zu halten. Wir werden dieses Wochenende eine echte Schlacht erleben, denn es wird schwierig werden, die LMP2-Autos zu überrunden, und wir sind uns nicht sicher, ob wir wirklich gegen die nicht-hybriden LMP1-Autos ankommen werden. Wir wussten zwar, dass es eine ziemliche Herausforderung sein würde und es sieht so aus, als würde es ziemlich hart werden.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Wir kämpfen weiter, auch wenn es für uns hier verdammt hart ist. Wir wissen, dass der TS050 HYBRID ein sehr effizientes Auto ist, aber wir werden vom Erfolgshandicap über die gesamte Runde hinweg eingebremst, das wird also nicht einfach werden. Wir geben dennoch nicht auf, mal sehen, was wir im Qualifying herausholen können, obwohl das Rennergebnis natürlich das entscheidende ist, bei dem wir so viele WM-Punkte wie möglich sammeln müssen.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Das war ein harter Tag, weil wir viel Leistung eingebüßt haben und das hilft uns nicht wirklich, das richtige Setup zu finden. Schließlich ist das Auto nicht für ein solches Handicap ausgelegt. Aber wir wussten, dass es wirklich schwierig werden würde und es sieht nach einem Wochenende aus, an dem wir unsere Chancen werden maximieren müssen. Wir dürfen uns keinerlei Fehler leisten und müssen ein perfektes Rennen fahren. Das wird schwierig, aber wir werden alles geben.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Es war ein guter Tag, ohne Probleme in Sachen Zuverlässigkeit. Das Erfolgshandicap bedeutet für uns ein riesiger Unterschied zum Vorjahr, deshalb haben wir daran gearbeitet, das Auto für diese Situation zu optimieren, auch wenn es offensichtlich etwas langsamer ist als im Vorjahr. Wir versuchen die besten Lösungen zu finden und alles für das Qualifying und das Rennen zusammenzustellen, denn dann zählt es wirklich.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Offensichtlich ist es sehr schwierig hier schnell zu sein, also haben wir versucht, unsere Leistung zu maximieren und wir werden weiterhin unser Bestes zu geben. Diese Strecke ist in Bezug auf Reifenverschleiß und Energiemanagement recht knifflig. Wir haben zudem sogar Mühe an den LMP2- und GT-Fahrzeugen vorbei zu kommen, so dass wir im Moment vor vielen Herausforderungen stehen. Wir können sicher sein, dass uns eine ziemliche Aufgabe bevor steht, aber wir geben alles, um das bestmögliche Ergebnis aus dieser Lage heraus zu erzielen.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID #8): „Ein eher ruhiger Tag für uns. Wir haben mit dem Setup und an den Strategien gearbeitet, weil das Auto nun sehr viel anders zum fahren ist, da viel vom Hybridschub weg genommen wurde. Wir haben einige Fortschritte gemacht, aber wir müssen akzeptieren, dass wir langsamer sein werden als die nicht-hybriden LMP1-Fahrzeuge. Es ist klar, dass wir ein hartes Wochenende vor uns haben, aber wir werden alles tun, um alles soweit zu optimieren, dass wir das Rennen bestmöglich absolvieren können.“

Ergebnis 1. Freies Training
1. #1 Rebellion (Senna/Menezes/Nato)     1.48,761 Min. 33 Runden
2. #5 Ginetta (King/Hanley/Orudzhev) +0,422 Sek. 11 Runden
3. #6 Ginetta (Robertson/Simpson/Smith) +0,473 Sek. 25 Runden
4. #7 TOYOTA GAZOO Racing +1,324 Sek. 41 Runden
5. #42 Cool Racing (Lapierre/Borga/Coigny) +1,577 Sek. 39 Runden
6. #8 TOYOTA GAZOO Racing +1,783 Sek. 43 Runden