TOYOTA GAZOO RACING VOR MEXIKO-ABENTEUER

TOYOTA GAZOO Racing macht sich auf die Reise nach Mexiko Stadt, wo am Wochenende das Sechs-Stunden-Rennen von Mexiko stattfindet, dem fünften Lauf zur Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) – und für viele im Team komplettes Neuland.

Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima treten abermals im TS050 HYBRID mit der Startnummer fünf an, Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi im TS050 HYBRID mit der Startnummer sechs. Beide TOYOTA-Mannschaften wollen auf der 4,304 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren der mexikanischen Hauptstadt endlich den ersten Podiumsplatz der Saison herausfahren.

Die Hälfte der Fahrer, nämlich Sébastien, Stéphane und Mike, kennen die Rennstrecke nahe Mexiko Stadt bereits zu Teilen, denn sie nahmen im März am Formel E-WM-Lauf auf der kürzeren, nur 2,14 Kilometer langen Streckenvariante teil. Sébastien gelang damals ein Podiumsplatz.

Zuletzt fand 1991 ein Langstrecken-WM-Lauf in Mexiko statt, der vorletzte Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft WSC fand damals über eine Renndistanz von 430 Kilometer statt. TOYOTA war bei jenem Rennen nicht am Start, hatte aber zuvor zweimal an WM-Läufen vor Ort teilgenommen.

1990 sah keiner der TOYOTA 90C-V die Zielflagge, denn die Duos Johnny Dumfries und Roberto Ravaglia sowie Geoff Lees und John Watson fielen beide durch technischen Defekt aus. Im Jahr zuvor hatten sich Dumfries und Watson auf Startplatz drei qualifiziert, waren aber auch in jenem Rennen ausgefallen.

Auch wenn der WM-Lauf unverändert auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez ausgetragen wird, so erfuhr die Strecke im Laufe der Jahrzehnte doch erhebliche Modifikationen. Die Rennstrecke trägt seit den siebziger Jahren den Namen der Gebrüder (auf spanisch eben hermanos) Rodriguez. Die beiden waren mexikanische Motorsporthelden, Ricardo verlor auf dieser Strecke sein Leben, der ältere Pedro Jahre später bei einem Unfall auf dem Norisring.

Die ursprüngliche Streckenführung beinhaltete eine lang gezogene, leicht überhöhte Rechtskurve in die Zielgerade hinein, Namens Peraltada. Vor Jahren wich diese Mutkurve jedoch einer neuen Streckenführung, mitten durch einen Tribünenkomplex, der einem Fußballstadium nicht unähnlich ist. Der Rest der langen Streckenführung blieb weitgehend unverändert.

Bei einer Höhenlage von 2,285 Kilometer über dem Meeresspiegel ist dies die am höchsten gelegene Rennstrecke des WEC-Kalenders. Die entsprechend dünne Luft in diesen Höhen erfordert eine aerodynamische Abstimmung mit extremem Abtrieb, um die gewünschte Bodenhaftung zu erzielen, und zusätzliche Luftführungen zur Kühlung von Motor und Hybrid-System.

Vergangenen Monate debütierte der TS050 HYBRID mit einer extremen Abtriebsvariante und erzielte am Nürburgring die Positionen fünf und sechs. Doch bei TOYOTA hat man hart auf eine Formsteigerung beim mexikanischen WM-Lauf hingearbeitet, zumal die Streckencharakteristik dem Auto deutlich mehr entgegen kommen sollte.

Erste Eindrücke von der in diesem Layout allen Fahrern unbekannten Strecke können am Donnerstag gesammelt werden, wenn mit Test- und den ersten beiden freien Trainingsfahrten insgesamt viereinhalb Stunden Fahrzeit zum Eingewöhnen vorgesehen sind. Am Freitag findet das dritte freie Training und das Qualifying statt. Der Start erfolgt am Samstag um 13.30 Uhr Ortszeit.

Toshio Sato, Team President: „In Mexiko wartet eine neue Herausforderung auf uns und alle anderen WEC-Teams. Vor allem aber freuen wir uns darauf unsere mexikanischen Fans zu treffen. Mit diesem Rennen haben wir Saison-Halbzeit erreicht, zugleich ist es der Auftakt zu den Übersee-Rennen. Wir wollen eine starke Leistung abliefern und ich bin sicher, das wir dafür auch gerüstet sind. Auch wenn wir unsere Variante mit extra hohem Abtrieb an den Stat bringen, so erwarten wir wegen der dünnen Luft doch recht hohe Endgeschwindigkeiten. Wie haben unseren TS050 HYBRID noch nie bei solchen Höhenverhältnissen bewegt und die Strecke ist uns auch neu, da wartet bei den Trainings viel Arbeit auf das Team, damit das Auto optimal auf das Rennen vorbereitet ist.“

Anthony Davidson (TS050 HYBRID #5): „Ich war noch nie zuvor in Mexiko, geschweige denn an dieser Strecke, umso gespannter bin ich auf diesen Ausflug. Ich freue mich sehr auf dieses Rennen, denn ich habe eine Menge über die mexikanischen Fans gehört und die dürften für eine großartige Atmosphäre sorgen. Mein Ziel ist es mit unserer #5 wenigstens einen Podiumsplatz zu erzielen und ich bin guter Dinge, dass wir den nötigen Speed dazu haben werden. Wir werden alles geben um diesmal besser abzuschneiden.”

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #5): „Ich freue mich auf das Rennen und darauf eine neue Streckenführung kennenzulernen. Ich denke es wird ein guter WEC-Lauf werden, denn die Strecke hat eine Menge Historie vorzuweisen und die Fans kennen sich mit Langstreckenrennen aus. Ich war Anfangs des Jahres schon einmal in Mexiko und kenne einen Teil der Strecke. Der Abschnitt mit dem Stadion ist wirklich einzigartig und die Fans sind sehr enthusiastisch. Am Nürburgring hatten wir es etwas schwer, aber wir sind guter Dinge, dass wir darüber hinweg sind und nun werden kämpfen können.”

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #5): „Nur gut, dass wir seit dem Nürburgring reichlich Zeit hatten uns auf den Lauf in Mexiko vorzubereiten. Für die WEC ist dies ja eine gänzlich neue Strecke, ich habe daher schon meine Hausaufgaben erledigt und die Streckenführung exakt studiert. Ich fühle mich gut vorbereitet und kann es kaum erwarten die Strecke erstmals zu befahren. Ich hörte, dass die Fans in Mexiko sehr leidenschaftlich sind und erwarte daher eine großartige Atmosphäre. Ich hoffe, dass wir ihnen eine gute Show bieten werden und dass es für die WEC ein erfolgreiches Wochenende wird.”

Stéphane Sarrazin (TS050 HYBRID #6): „Immer dann, wenn eine Rennserie auf neue Rennstrecken antritt, ist das mit vielen Herausforderungen verbunden und bringt viel Spannung mit sich. Vor allem in den Trainings werden wir viel zu tun bekommen, denn wir müssen ganz detailliert wissen, wie sich unser Auto auf dieser Strecke verhält. Ein ungewöhnlicher Faktor kommt in Mexiko hinzu, nämlich der Höhenunterschied, was die Fahrer zusätzlich beanspruchen wird. Aber ich bin darauf vorbereitet. Ich bin zuversichtlich für dieses Wochenende und hoffe, dass wir ganz vorn dabei sein werden.”

Mike Conway (TS050 HYBRID #6): „Ich freue mich auf die große Streckenvariante. Das ist eine fantastische Sportstätte und die Mexikaner lieben den Motorsport, das sollte eine tolle Sache für uns alle werden. Ich bin froh, dass ich dort schon Erfahrungen mit der Höhenlage sammeln konnte, das macht die Vorbereitung etwas einfacher, denn ich weiß schon, was auf mich zukommt. Es wird zudem eine arbeitsreiche Woche werden, wir müssen uns an die Strecke gewöhnen und ich hoffe, dass wir wieder vorn mitkämpfen können.”

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #6): „Das dürfte für uns alle ein Interessantes Wochenende werden, denn die Strecke in Mexiko ist uns allen neu. Die dünne Höhenluft muss man auch berücksichtigen, ich bin gespannt wie das die Fahrer und ihre Autos beeinflussen wird. Wir sollten konkurrenzfähiger sein als am Nürburgring, aber wir müssen abwarten und schauen, wo genau wir uns positionieren können. Wir werden alles geben um das Auto perfekt für das Rennen vorzubereiten und ich hoffe, dass wir dann im Kampf um einen Podiumsplatz sein werden.”