Was die Fahrer sagen: Die schwierigste Phase

 

Le Mans 24 Hours Race

Das nächste Thema, zu dem sich die  TOYOTA Racing-Fahrer über Le Mans äußern: Welche ist die schwierigste Situation im Rennen?

Alex: Das kommt auf das Rennen an. Ich würde sagen, von der ersten bis zur 24. Stunde ist es schwierig genug.

Stéphane: Am schwierigsten ist es um die Mittagszeit am Sonntag, wenn noch drei Stunden bis zur Zielflagge fehlen und du merkst, wie das Auto und alle im Team müde werden. Sogar beim Funkverkehr hört man heraus, wie müde die Ingenieure sind. Das ist für alle hart. Wenn zu der Müdigkeit auch noch Hitze dazu kommt, ist das eigenartig, das mag ich gar nicht, aber es gehört eben dazu. Ich mag die Nacht sehr und auch die frühen Morgenstunden, so um 6 Uhr herum. Doch die letzten drei Stunden, will man, vor allem wenn es heiß ist, so schnell wie möglich hinter sich kriegen. Das Rennen ist da ohnehin meist vorentschieden, man hofft nur noch, dass das Auto keine Problem aufwirft und bis zum Ende hält. Das sind lange Stunden.

Kazuki: Was im Vorjahr wirklich hart war, waren die ständig wechselnden Witterungs-Bedingungen, denn die Strecke ist sehr lang. Man sah die ersten Regentropfen, dann blieb es aber zunächst trocken, dann kam doch die Nässe, es wechselte ständig. Wenn man Pech hat, kommt man im falschen Moment in einen Schauer. Normalerweise prüfen wir die Situation rund um die Strecke, sobald die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe klatschen. Wir gehen da meist recht konservativ vor, denn ein arger Fehler reicht, um das ganze Rennen wegzuwerfen. Im Vorjahr war das vor allem in der Nacht schwierig. Denn da konnte man nicht abschätzen, ob da schwerer Regen im Anflug war. Das war wirklich hart, aber andererseits war das für alle gleich. Ich bin aber durchaus froh, dass ich da bei meiner zweiten Teilnahme hier durch musste, denn es ist eine weitere wichtige Erfahrung, die man gesammelt hat.

Anthony: Ins Auto zu steigen, wenn es draußen rabenschwarze Nacht ist. Das erste Mal in der Nacht zu fahren, ist hart. Du wachst Nachts auf und musst ins Auto springen, es gibt wohl kaum eine derberes fahrerisches Erlebnis. Das ist eine enorme Herausforderung, aufzuwachen und ins Auto zu müssen, durch die schwarze Nacht zu fahren. Du sieht unheimlich wenig und denkst dir, du fährst gerade perfekte Runden, bis du merkst, dass du zwei Sekunden langsamer bist, als du sein solltest – einfach schockierend! Um wach zu werden, machst ud also mehr Druck und dabei kann es schnell passieren, dass du einen Bremspunkt verpasst oder andere Fehler machst.

Nicolas: Ich würde sagen, wenn du die Nacht hinter dir hast, von den frühen Morgenstunden bis zum Rennende. Im Morgengrauen, so gegen 6.00 Uhr, da glaubst du, du hättest es bald hinter dir, doch dann stehen dir noch sieben Stunden bevor. Diese sieben oder acht Stunden kommen dir ewig vor und sind richtig hart.

Sébastien: Nachts im Regen zu fahren! Man sieht nichts und es ist sehr schwierig. Schwierig wird es auch, wenn man gegen Morgen müde wird und die Sicht durch die Sonne, die auf die Windschutzscheibe voller Insekten und Schmutz prallt, richtig schlecht ist. Man sieht kaum etwas, muss aber voll konzentriert bleiben. So eine Situation erfordert maximale Konzentration.