PODIUMSPLÄTZE FÜR TOYOTA GAZOO RACING IN AUSTIN

TOYOTA GAZOO Racing belegte beim Lone Star Le Mans Sechs-Stunden-Rennen im texanischen Austin, fünften Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2019-2020, die Ehrenplätze auf dem Siegerpodium.

Einem fehlerfreien Rennen zum Trotz belegte der TS050 HYBRID Startnummer 8 von Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley den zweiten Platz mit 51,524 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Rebellion Nummer 1, und schloss damit auf die Lücke Teamkollegen an der Spitze der Fahrer-WM auf.

Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López im TS050 HYBRID #7 hatten aufgrund ihres maximalen Erfolgshandicaps keine realistische Chance, ihre LMP1-Konkurrenten herauszufordern, absolvierten aber ein solides Rennen, fuhren den dritten Platz nachhause und verteidigten die – allerdings auf fünf WM-Punkte geschrumpften Vorsprung in der WM-Tabelle.

Der Vorsprung von TOYOTA GAZOO Racing in der Teamwertung wurde zwar auf 33 WM-Zähler Vorsprung auf Rebellion Racing reduziert, doch stehen in dieser Saison noch drei WM-Läufe aus.

Das Rennen wurde unter grauem Himmel und bei starkem Wind gestartet, José verteidigte in der 7 beim rollenden Start zwar noch die zweite Position gegen Sébastien in der 8, doch bereits im Verlauf der ersten Runde kam es zum Positionswechsel, zu groß waren die Auswirkungen der unterschiedlichen Erfolgshandicaps.

Sébastien blieb Anfangs in Schlagdistanz zum Rebellion #1, der einen optimalen Start aus der Pole Position absolviert hatte, und machte ordentlich Druck auf den Führenden, der dennoch sukzessive ein Zeitpolster an der Spitze herausfahren konnte. Als Sébastien kurz nach der 90-Minuten-Marke die Box ansteuerte, um die 8 an Brendon zu übergeben, betrug der Rückstand bereits etwa eine halbe Minute. José, der als Dritter weitere 40 Sekunden hinter dem Schwesterauto zurücklag, brachte die 7 in der Runde darauf an die Box, wo Mike übernahm und seinen ersten Stint anging.

Brendon stabilisierte den Rückstand auf den Führenden, durch schnelle Arbeit beim nächsten Boxenstopp konnte der Rückstand auf etwa 20 Sekunden verringert werden und so der Druck auf den Spitzenreiter aufrecht erhalten werden. Nach diesem reinen Tankstopp fuhr Brendon weiterhin beeindruckende Rundenzeiten, der dreifache Austin-Sieger hielt die 8 so weiterhin im Rennen um den ersten Gesamtsieg des Teams in Texas.

Kurz nach halber Renndistanz übernahm Kazuki beim nächsten Fahrerwechsel die 8 und setzte die Verfolgung des Spitzenreiters fort, während Kamui das Steuer der drittplatzierten 7 übernahm, wobei das Muster an der Spitze weitgehend unverändert blieb.

Mit seinem erheblichen Erfolgshandicap hatte der TS050 HYBRID #8 kaum Chancen, die Lücke zu schließen, was Kazuki nicht davon abhielt weiter zu attackieren, um den Rückstand vor Brendons letztem 75-Minuten-Stint wenigstens in etwa gleich zu halten. Kamui lag da mit der 7 bereits eine Runde zurück, José wärmte sich an den Boxen bereits für die Schlußphase auf.

Obwohl der Rebellion #1 gegen Ende des Rennens noch einmal nachtanken musste, reichte der Vorsprung bis ins Ziel, so dass Brendon als Zweiter die Zielflagge sah und José mit zwei Runden Rückstand ebenfalls einen Podiumsplatz nachhause fuhr.

Die beiden TS050 HYBRID werden bis zum nächsten Saisonrennen, den 1.000 Meilen von Sebring, in den USA verbleiben, wo in Florida am 20. März das letzte Übersee-Rennen der Saison stattfindet. Hiernach kehrt die WEC nach Europa zurück, wo dann die Langstrecken-Klassikern Spa und Le Mans warten.

Hisatake Murata (Team President): „Herzlichen Glückwunsch an Rebellion Racing zu ihrem Sieg. Wir fuhren ein sauberes Rennen, jeder im Team hat einen guten Job gemacht und das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht, aber mehr war aus den Gegebenheiten nicht herauszuholen. Wir haben so viel Druck gemacht, wie nur irgend möglich, und letztlich Schadensbegrenzung betrieben, so dass die Lage in der WM-Tabelle immer noch gut aussieht. Danke an alle Fans, die uns in Texas unterstützt haben, wir freuen uns bereits auf einen weiteren herzlichen Empfang im nächsten Monat in Sebring. Unser Ziel wird dort lauten: Wieder aufs oberste Treppchen des Podiums zurückzukehren.“

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Es war ein hartes Rennen, während meines gesamten Stints fiel es schwer, konkurrenzfähige Zeiten zu fahren, denn effektiv fuhren unser eigenes, einsames Rennen. Anfangs hatte ich noch Hoffnung, denn José blieb zunächst in Reichweite der Startnummer 8, aber dann wurde der Abstand immer größer. Wir können nur weiter versuchen die bestmöglichen Ergebnisse für die Meisterschaft herauszufahren, wir sind ja noch immer in Führung, das ist immerhin ein Trost.

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Ich hatte Spaß und bin das Auto heute gern gefahren. Das Team hat seit Anfang der Woche einen großartigen Job gemacht, alle haben eine gute Leistung erbracht und wir hatten tolle Boxenstopps, aber der dritte Platz war heute das Äußerste, was wir uns angesichts des Erfolgshandicaps erhoffen durften. Es ist frustrierend, denn wir haben unser Bestes gegeben, aber wir hatten nie den Hauch einer Chance. Aber Glückwunsch an Rebellion, die ein sehr starkes, fehlerfreies Rennen fuhren.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Hier anzureisen und bereits vorab zu wissen, dass wir auf dem Papier das langsamste LMP1-Auto haben, war nicht angenehm, aber wir haben uns darauf konzentriert, so viele Punkte wie möglich zu erzielen. Wir wollen eigentlich immer gewinnen, aber heute war der dritte Platz das Beste, was wir erreichen konnten. Das Rennen hatte dennoch eine Reihe von positiven Aspekten. Ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt und einige gute Rundenzeiten gefahren, so dass ich mit meiner Leistung zufrieden sein kann, zudem führen wir weiterhin die Weltmeisterschaft an.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Wir haben heute unser Bestes gegeben und es gab wirklich nicht mehr viel, was wir besser hätten machen können. Gratulation an Rebellion zu deren Sieg, wir hatten leider nicht genug Speed, um sie zu schlagen. Es war daher ein einsames Rennen aus unserer Sicht, denn es kam auch mit der Startnummer 7 nie zum Duell, die hatte ein noch größeres Erfolgshandicap als wir. So fuhren wir eben unser einsames Rennen zu Ende, was einen etwas seltsamen Nachgeschmack hinterlässt.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Es war ein hartes Rennen für uns. Wir lagen nicht allzu weit hinter dem Rebellion zurück, aber sie hatten eben den Speed, um zu gewinnen. Deshalb herzlichen Glückwunsch an sie, denn sie haben ein wirklich starkes Rennen ohne Fehler gefahren. In Sachen reinem Speed hatten wir keine Chance auf den Sieg, also haben wir uns als Team darauf konzentriert, unsere eigen Performance zu optimieren, und das ganze Team hat über die gesamte Woche hinweg einen guten Job gemacht.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID #8): „Wir hatten ein gutes Rennen, keine Fahrfehler, einige schöne Stints und starke Boxenstopps. Uns war klar, dass das erforderlich sein würde, um überhaupt eine Chance auf den Sieg zu haben, aber auch Rebellion lieferte ein tadelloses Rennen ab. Sie waren sehr konkurrenzfähig und hatten eindeutig mehr Speed als wir. Ich hatte viel Spaß mit dem ganzen Überrundungsverkehr und das Auto war auf dieser Strecke fantastisch zu fahren. Schade nur, dass wir nicht mehr Rad-an-Rad-Kämpfe hatten.“

Endergebnis Lone Star Le Mans – 6 Stunden von Austin
1. #1 Rebellion (Senna/Menezes/Nato) 189 Runden
2. #8 TOYOTA GAZOO Racing     +51,224 Sekunden
3. #7 TOYOTA GAZOO Racing  +2 Runden
4. #22 United Autosports (Hanson/Albuquerque/di Resta) +7 Runden
5. #37 Jackie Chan (Tung/Aubry/Stevens) +7 Runden
6. #38 JOTA (Gonzalez/Da Costa/Davidson)  +8 Runden